Neue Hoffnung für den vom Aussterben bedrohten Nördlichen Wieselmaki aus Nordmadagaskar

Eine weltweite Studie über die Primaten-Bestände zeichnet ein deprimierendes Bild: Nach Angaben der Internationalen Naturschutzorganisation IUCN (vom 19.2.2010) sind weltweit 48 Prozent der 634 Primatenarten vom Aussterben bedroht. Von den jetzt identifizierten 25 am stärksten gefährdeten Arten (PDF der Publikation) geht es drei Arten besonders schlecht, von ihnen leben jeweils nur noch maximal 100 Individuen. Neben zwei Arten aus Vietnam ist darunter auch der Nördliche Wieselmaki (Lepilemur septentrionalis) aus Nord-Madagaskar. Diese nachtaktive Halbaffenart ist nur aus kleinen, verinselten Gebieten bekannt , wurde aber anscheinend im Trockenwald von Montagne des Francais von Kathrin und Frank Glaw gesichtet und fotografiert (siehe Foto). Dieser bei herpetologischen Exkursionen der ZSM im Jahr 2000 erbrachte fotografische Nachweis zeigt, dass das Verbreitungsgebiet viele Kilometer weiter nach Norden reichen könnte als bisher bekannt ist (siehe auch D’Cruze et al. 2007 ). Die genaue Identität dieser Population muss allerdings erst noch durch genetische Untersuchungen abgesichert werden. Zwar gibt der Fund Anlass zur Hoffnung, dass noch weitere unbekannte Populationen des Nördlichen Wieselmakis existieren, aber an seiner katastrophalen Gesamtsituation ändert dies wohl nur wenig. Denn obwohl Montagne des Francais inzwischen zum vorläufigen Schutzgebiet erklärt worden ist, wurden dort bei Untersuchungen in den Jahren 2007 und 2008 umfangreiche illegale Abholzungen festgestellt. Diese von der EAZA  finanziell unterstützten Studien belegen den insgesamt herausragenden biologischen Wert dieses Kalkmassivs, dessen Schutz aber völlig unzureichend ist.